Archiv der Kategorie: Asteroiden

Reste der “Entstehung”

Astrometrie / Photometrie

Sternmessungen

2016_12_21_vega  Foto  M.Heeg

Helligkeit und Ausrichtung

Nach meinem Umzug und hierdurch stark veränderten Beobachtungsbedingungen konnte ich mich nun erstmals wieder etwas “astronomisch” betätigen.

Da als erstes meine kleine Staradventurer Montierung ( ohne Polarissicht ) ausgerichtet werden sollte, galt mein Interesse der möglichen Nachführzeit. Bei 625 mm Brennweite schaffe ich es zur Zeit ( ohne Guiding ) 30 Sek. lang zu belichten ohne Strichspuren zu erhalten.

Mein Einzelfoto zeigt die so zu erreichende Sternhelligkeit von ca. 12.6 mag. Auch die mit Maxim Dl ermittelten Astrometriewerte von 1.41″ / pix in diesem Foto sind brauchbar. Entsprechende Infos sind auf dem Foto vermerkt,

Im nächsten Versuch werde ich die Brennweite  wohl noch etwas verkleinern wie auch mehrere Fotos ” stacken “ und so schauen welche Grenzgröße ich ( mitten aus der Stadt ) erreichen kann. Auch ein ”  guiden ” in R.A. wird hierzu wohl hilfreich sein.

So werden dann “ tiefere ” Belichtungen bzw. veränderte Grenzgrößen möglich werden. Ich werde also versuchen mich in Zukunft astrometrisch bzw. photometrisch zu betätigen und werde berichten.

Mondkrater

Kopernikus und Plato

mond_2015_02_28_10 mond_2015_02_28_07 Fotos  M.Heeg

Zwei große Einschlagskrater

Mondkrater sind kreisförmige, an der “Sohle”  meist flache Senken in der Oberfläche des Erdmondes. Sie sind von einem ringförmig erhöhten Wall ( Kraterrand ) eingeschlossen.
Fast alle Mondkrater sind durch den Impakt von Meteoriten entstandene Einschlagskrater. Sie besitzen dann einen oder mehrere Zentralberge in ihrer Mitte.
Ihre ” Sohle ” liegt oft mehrere tausend Meter tiefer als das umgebende Gelände. Der Kraterrand wiederum kann erheblich höher als dieses sein.
Vulkanische Krater sind seltener und kleiner im Verhältnis zu Impaktkratern.

Der Mond weist auf der erdzugewandten Seite etwa 300.000 Krater mit über 1 km Durchmesser auf. Die größeren Gebilde ( 60 bis 270 km im Durchmsser ) heißen Ringgebirge bzw. Wallebenen. Ihr Boden ist meistens relativ glatt, sodass bei manchen im streifenden Sonnenlicht sogar die Krümmung der Mondkugel zu erkennen ist.  Im Kraterboden sieht man im Regelfall kleinere Krater, die dann auf spätere Einschläge zurückgehen.

Obwohl die größten Krater 6 bis 8 Prozent der „ Mondscheibe “ messen ( Monddurchmesser 3478 km ), wurden sie erst nach Erfindung des Fernrohrs, vermutlich 1610 durch Galileo Galilei entdeckt. Sie werden besonders deutlich sichtbar, wenn zweimal im Monat die Licht / Schattengrenze ( der Terminator ) in ihrer Nähe liegt.

Ein typischer Kleinkrater von z.B.  5 km Durchmesser hat einen ziemlich scharfen Ringwall von 1 km Höhe, und sein Boden liegt einige 100 m tiefer als die Umgebung.  Wallebenen mit 100 km Durchmesser hingegen haben Wälle von etwa 1 bis 5 km Höhe. Die Innenwände sind oft terrassenförmig abgestuft und 20° bis 30° geneigt. Äußeren Hänge sind 2- bis 3-mal flacher. Häufig ist die Kratermitte wie Anfangs schon erwähnt durch einen Zentralberg markiert.  All dies hängt mit der Dynamik eines Meteoriteneinschlags zusammen.

Zwei dieser größeren Einschlagskrater, welche diese Eigenschaften zeigen konnte ich am 28. Februar recht gut ablichten.

Kopernikus

Copernicus  ( auch Kopernikus geschrieben ) ist vom Typus Ringgebirge. Er wurde 1935 von der IAU ( Internationalen Astronomischen Union ) nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus         ( 1473–1543 ) benannt.

Außergewöhnlich ist an diesem Einschlagskrater, dass er nicht nur einen, sondern mehrere Zentralberge besitzt, welche bis zu 1,2 km hoch sind.
Sein Kraterwall ist deutlich terrassenförmig gegliedert und wenig erodiert, weil er einen der jüngsten Großimpakte auf dem Mond darstellt.
Der Kraterboden liegt etwa 3800 m tiefer als die Wallkämme. Diese überragen  die umgebende Ebene etwa 900 Meter. Derart große Unterschiede im  Höhenniveau sind eher selten.
Copernicus ist, – ähnlich wie die Krater Tycho und Kepler – Ausgangspunkt eines Strahlensystems, welches insbesondere bei Vollmond gut zu sehen ist.

Position                     9,62° N          20,08° W
Koordinaten            9° 37′ 12″ N  20° 4′ 48″ W
Durchmesser        93 km

Plato

Auch der Mondkrater Plato befindet sich auf der uns zugewandten Seite des Erdmondes. Er befindet sich in den Montes Alpes ( Alpen Gebirge ). Er besitzt einen Durchmesser von 101 km. Seine Tiefe beträgt etwa 1.000 m. Sein Kraterwall erhebt sich teilweise etwa 2.400 m über den Kraterboden.

Ähnlich wie bei den Maria ist der Kraterboden mit ehemals flüssigem Basalt bedeckt. Dieser ist etwas dunkler als de Umgebungsmaterialien. Sein Kraterrand ist an der westlichen Seite, wie im Foto erkennbar, auf einer Länge von ca. 15 km etwas nach innen abgerutscht.
Das Krateralter wird auf 3,2 bis 3,8 Milliarden Jahre geschätzt. Im Inneren Platos befinden sich 4 weitere Kleinkrater mit Durchmessern bis zu etwa 2 km Durchmesser.
Diese werden gerne zur Gütebestimmung größerer Amateur-Teleskope genutzt. Sie sind gerade so in meinem Foto zu erahnen. Weitere gut erkennbare Details im Foto sind die Rimae Plato und das Vallis Alpes.

Als Rille oder Rima ( Pl. Rimae, lat. ‚Spalte‘, ‚Riss‘ ) wird eine relativ schmale, langgezogene Eintiefung in der Oberfläche des Mondes bezeichnet. Dabei werden zwei Arten von Rillen unterschieden, die offenbar jeweils durch völlig verschiedene geologische Prozesse entstanden sind.

Gerade Rillen sind durch geologische Störungen entstanden und entsprechen den tektonischen Gräben und Grabenbrüchen auf der Erde.
Sie sind meistens mehrere 1000 Meter breit und hunderte von Kilometern lang. Ihre Tiefe beträgt bis zu 400 Meter. Hierzu zählt auch das Vallis Alpes mit seiner Rille welche in meinem Foto leider nur in der Mitte des Tals / Grabens zu erahnen ist.

Gewundene Rillen erinnern eher stark an irdische Gerinne, zumal sie in höher gelegenem Terrain beginnen und offensichtlich dem Gefälle folgen. Da es jedoch nie flüssiges Wasser auf dem Mond gab, gehen sie sehr wahrscheinlich auf Lavaströme zurück, die mit dem Mare-Vulkanismus in Zusammenhang stehen. Teilweise handelt es sich wohl auch um Lavaröhren, deren Decke abschnittsweise komplett eingestürzt ist.
Die Rima Plato könnte so entstanden sein.

Position                51,6° N               9,38° W
Koordinaten        51° 36′ 0″ N      9° 22′ 48″ W
Durchmesser      101 km

Quelle : Wikipedia