Sonnensystem Sonnenbeobachtung
Animation Theorie, Technik, Sicherheit und Möglichkeiten für Amateurastronomen
Diese Seite zeigt eine kleine Auswahl von eigenen
Ausarbeitungen und auch die Nutzung von SOHO Sonnenbeobachtungen.
Meine erklärenden Animationen
oder Grafiken, auch zum Sonnensystem, zeigen ihnen sicher einiges
informatives.
Meine
Seite hierzu, mit ganz unterschiedlichen Animationen, finden sie wenn Sie dieser Verlinkung folgen ...
Eine eigene Sonnenbeobachtung mit Gitter-Overlay
Die Sonne ist das dynamischste, astronomische Objekt welches wir
beobachten können. Anders als bei fernen Sternen ist es, selbst
Amateuren, möglich Prozesse dort direkt zu verfolgen.
Beispielsweise zu Magnetfeldern, Konvektion,
Aktivitätszyklen und Eruptionen.
Die Photosphärenbeobachtung, also die sichtbare „Oberfläche“
der Sonne, ist so das wichtigste Beobachtungsgebiet für Einsteiger
und Fortgeschrittene. Sie ist, obwohl als unterste Schicht einer
Sternatmosphaere, sehr einfach zu sehen .
In unserem Fall ist dieser beobachtbare Stern unsere Sonne. Zu sehen
ist die besagte
Schicht als diejenige aus welcher der groesste Teil des für uns
sichtbaren Lichts kommt. Ihre Temperatur beträgt im Mittel etwa
5.500
Grad Celsius. Die Photosphäreselbst ist nur etwa 500 km dick, oder
eher " dünn " im vergleich der Sonnengröße selbst.
Die Sonnemoberfläche rotiert am Äquator schneller (~25 Tage)
als an den Polen (~35 Tage). Dieses ist ein wichtiger Hinweis auf ihre
gasförmige Natur.
Verschiedene für Amateure gut beobachtbare Phaenomene dieser Schicht sind :
Sonnenflecken - Positionsveränderungen – Fackelgebiete – Granulation – Randverdunklung.
Verschiedene Darstellungsmoeglichkeiten von Sonnenbeobachtungen
Ihre astronomische Beobachtung verbindet Physik, Technik und
Datenauswertung auf einzigartige Weise. Mit eigenen Daten oder Infos aus
Profiquellen ist dieses möglich.
Die Sonnenposition Bestimmung Position und Höhe
Die folgende Verlinkung fuehrt sie zu meiner Software.-Berechnungsseite der Sonnenposition. Dort ist es möglich,
verschiedene Ephemerieden zur Sonne berechnen zu lassen.
Soho Nasa Darstellung aktueller Sonnenaktivität
Die aktuelle Sonne – Darstellung der SOHO Erfassung (c) ESA & NASA
Eigene Diagrammdarstellung der aktuellen Sonnenaktivität
Da die Sonne, wetterbedingt an meinem Beobachtungsort, nicht immer in
Abfolge für mich beobachtbar ist bereite ich kontinuirlich
folgende Graphic auf. Sie zeigt mir die Entwicklung der aktuellen
Sonnenaktivitäten. Auch hier nutze ich eine eigene Software zur
Auswertung der Sonnenaktivität.
Aktive Regionen Nr.-Diagramm – Februar 2026
Aktive Regionen Nr.-Diagramm – Gesamt 2026
Weitere solcher Auswertung finden Sie im Verlauf dieser Seite.
Zunächste jedoch noch einige grundsätzlich, wichtige Infos
zur visuellen oder fotografischenSonnenbeobachtung, welche es unbedingt
zu beachten gilt.
Wichtig
Die Beobachtung der Sonne erfordert immer ein besonders hohes Maß an Sicherheitsbewusstsein.
< Ungefiltertes Sonnenlicht zerstört Augen und Instrumente innerhalb von Sekunden >
Jede Sonnenbeobachtung beginnt und endet immer mit
Sicherheitskontrollen. Sicherheit ist bei der Beobachtung das
wichtigste überhaupt !
Grundregeln
- Niemals direkt in die Sonne schauen, auch nicht kurz.
- Niemals durch ein Teleskop, Fernglas oder Sucher ohne Filter schauen.
- Keine improvisierten Filter ( CDs, Rettungsfolie, Sonnenbrillen etc. ) verwenden.
Monokulare Sonnenbeobachtung mit Frontfilter, Getriebeneiger und " Mini-Eigenbaurefraktor "
Sichere Beobachtungsmethoden sind Objektivseitige Sonnenfilter (
empfohlen ) und Glasfilter geprüfter Hersteller. Der Filter muss
hierbei vor der Optik sitzen und fest befestigt sein. Ausserdem
muss er frei von
Rissen oder Löchern sein. Eine weiter Möglichkeit ist auch
die
Projektionsmethode. Hierbei wird das Sonnenbild auf einen Fläche
projiziert. Diese Methode ist gut geeignet für Gruppen und
Schulen. Sie findet, mit geeigneten Okularen, nur mit Refraktoren
Anwendung. Hier ist dann kein Filter notwendig.
<
Diese und nachfolgenden Beobachtungstechniken nur nutzen wenn man alles
bzgl. der Sicherheit bei der Sonnenbeobachtung verstanden hat >
Ebenso bieten auch Beobachtungen mit Refraktoren und
Herschelkeil eine sehr kontrastreiche Beobachtung. Dieses kann
dann
aber nur mit zusätzlichem Neutral- oder Polfilter in diesem
zusätzlichen Optikbauteil durchgeführt
werden. Geeignete Instrumente zur Photosphärenbeobachtung
für
Amateure sind also Refraktoren und auch Spiegelteleskope. Die Nutzung
der Spiegelteleskope dann
jedoch auch nur mit Frontfilter und niemals mit Herschelkeil. Kleine
Öffnungen / Brennweiten (
bei beiden Teleskoptypen ) liefern oft bessere Ergebnisse, da dieses
das Seeing
limitieren.
Infos
Bestimmte Vergrößerung ermöglichen dann mit beiden
Typen ganz unterschiedliche " Sichtfelder " und inhaltlich
unterschiedliche Beobachtungsdetails. Folgende
Vergrößerungen liefern bei :
niedriger ( 20–40× ) Vergrößerung einen Überblick zu Flecken und Fleckengruppen
mittlerer ( 60–100× ) Vergrößerung ansicht der Penumbra-Strukturen
höherer ( 150×+ ) Vergrößerung Details zur Granulation ( nur bei sehr gutem Seeing )
Hierzu ist es gut das momentane, örtliche Seeing ( Luftunruhe )
und die
Beobachtungszeit zu beachten. Die beste Zeit zur Beobachtung ist der
frühe Vormittag. Als Beobachtungsplatz sollte ein Ort gewählt
werden welcher sich nicht auf.- an Dächern oder auf Asphalt
befindet. Diese Positionen und Materialien strahlen selbst die
auftreffende " Wärmestrahlen " wieder ab, was dann die
Umgebungsluft sehr zum " flimmern " bringt. So ist nur schlecht ein
ruhiges Abbild der Sonne zu erhalten. Wiese, Gras oder Erdreich sind
entsprechend als Untergrund eher zu bevorzugen.
Binokulare Beobachtungsausrüstung auf Gimbal.-Montierung
Die praktische Beobachtungsdurchführung wird sich dort dann besser
realisier lassen. Eine mögliche Vorgehensweise hierfür ist dann wie folgt möglich :
- Instrument aufbauen und an Umgebungstemperatur anpassen lassen.
- Filter prüfen und sichern.
- Grobe Ausrichtung zur Sonne über die Schattenwurfmethode erreichen.
- Genaue Ausrichtung und Fokus einstellen
Eine systematische Beobachtung der gesamten Sonnenoberfläche oder bestimmter Details kann dann folgende Dinge umfassen :
- Flecken zählen.
- Strukturen skizzieren oder fotografieren.
- Beobachtungsdaten notieren ( auch über längeren Zeitraum ).
Datum, Uhrzeit (UT!) / Instrument,
Vergrößerung / Seeing, Transparenz, Fleckengruppen,
Positionsangaben usw.
Auch eine fotografische Tätigkeit ist hierzu gut möglich.
Mit Kurzzeitbelichtungen ( ! Millisekunden ! ) und Lucky Imaging &
Framestacking ist es sehr gut möglich die Sonne abzulichten. Dieses ist eine spezielle Technik und Vorgehensweise, in der
Fotoerfassung und Auswertung. Beide können hierbei helfen " scharfe " Ablichtungen zu erhalten.
Monochrome Kameras mit Grünfiltern, diese in spezieller
Wellenlänge, sind für diese Erfassungs.- und
Beobachtungstechniken ideal.
Ein eigenes Fotobeispiel – März 2024
Ableitbare und messbare Ergebnisse sind so, in ganz unterschiedlicher Art, zu erlangen. Es
ist beispielsweise möglich die Relativzahl der Sonnenflecken ( Wolf-Zahl ) zu
bestimmen oder die Verfolgung der Sonnenrotation und
Aktivitätsentwicklung über Monate / Jahre zu dokumentieren.
NOAA-Nr. Diagramm – Januar 2026
NOAA-Nr. Diagramm – Dezember 2025
NOAA-Nr. Diagramm – November 2025
NOAA-Nr. Diagramm – Oktober 2025
Viele Amateurdaten fließen so in internationale Datenbanken ( z. B.
AAVSO, SILSO ) ein. In Theorie und regelmäßiger Praxis
können Amateure also lernen fundamentale astrophysikalische Konzepte
zu verstehen.
Dinge wie z.B der Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und
Weltraumwetter, Polarlicht oder Magnetohydrodynamik, Plasmaphysik, Zyklische
Aktivität ( der 11-Jahres-Zyklus ) sind einige davon. Die Sonne
wird so also vom „ hellen, warmen Licht.- und Lebensspender “ zum lebendigen Labor
der eigenen Astrophysikbeobachtung.
Einige Infos zur Sonne
Objekte der Photosphäre
Sonnenflecken
Sonnenflecken sind dunkel erscheinende Gebiete der Photosphaere
mit Umbra und Penumbra. Sie sind ca. 1000–1500 Grad kuehler
als die Umgebung.
Sonnenfackeln
Fackelgebiete weisen eine erhoehte Helligkeit und Temperatur auf
und treten haeufig in der Naehe von Sonnenflecken auf.
Sonnenflares
Sonnenflares entstehen durch ploetzliche Freisetzung magnetischer Energie
und sind im sichtbaren Licht nicht direkt erkennbar.
Lichtbruecken
Helle Strukturen, welche die Umbra von Sonnenflecken durchqueren
und dynamische Veraenderungen zeigen.
Granulation
Granulen sind aufsteigende Gasblasen mit einer Lebensdauer
von durchschnittlich etwa 7 Minuten.
Randverdunklung
Ein optisches Phaenomen aufgrund unterschiedlicher
Temperaturschichten der Photosphaere.
Wichtiges auf einen Blick
Aufbau der Sonne
A-
Der Kern ( 150.000 km ) der Sonne stellt einen Fusionsreaktor dar,
der letztendlich für die abgestrahlte Energie
verantwortlich ist.
B - Im Inneren der Sonne gelangt die Energie zunächst durch die Strahlungszone ( 320.000 km )
C - Dann durch Konvektion in der ( Konvektionszone 230.000 km ) transportiert.
D - In der Photosphäre ( 500 km ) entsteht der kontinuierliche Teil der Sonnenstrahlung welchen wir sehen.
E - Der nächste Bereich der " Oberfläche " ist die Chromosphäre ( 2000 km )
F -
Anschliessend folgt die Korona welche in ihrer genauen Größe
stark im Sonnenzyklus variiert. ( Im maximum bis Millionen
km )
Der schematische Aufbau der Sonne

Kern :
Im Kern herrschen extremer Druck und Temperaturen von 10 Mio. Kelvin,
sodass die Energieproduktion durch Kernfusion stattfinden kann.
Strahlenzone : Hier
findet der Energietransport durch Strahlung statt. Es ereignet sich
laufend ein emittieren, streuen, absorbieren der Photonen entlang von
zufälligen Pfaden . Die Transportdauer der Energie zur
Oberfläche kann hierdurch Millionen von Jahren dauern.
Konvektionszone : In
diesem Bereich erfolgt der Energietransport maßgeblich durch
Konvektion, also das Aufsteigen heißen Wasserstoffes in Blasen.
Die Zeitskala für den Energietransport durch die Konvektionszone
beträgt nur ca. ein Jahr. An der "Oberfläche" bilden
die Wasserstoffblasen dann die "Granulation".
Photosphäre : Aus
der Photosphäre entstammt die Kontinuumsstrahlung. Auch entstehen
hier die fraunhoferschen Linien. Auf ihrer Oberfläche werden die
Sonnenflecken, die von starken Magnetfeldern verursacht werden, dann
sichtbar.
Chromosphäre :
Die Chromosphäre ist ohne Hilfsmittel nur bei totaler
Sonnenfinsternis kurz zu sehen. Aufgrund ihrer geringen Dichte
trägt sie kaum zur Strahlung der Sonne bei. Ihre Temperatur
verändert sich von innen nach außen. In Folge starker
Turbulenzen sowie Störungen entstehen dann Spikulen, Eruptionen,
Protuberanzen.
Korona :
Die Korona ist der Bereich oberhalb der Chromosphäre und zeichnet
sich durch niedrige Dichte aber sehr hohe Temperatur von einigen
Millionen Kelvin aus. Sie ist direkt nur bei einer totalen
Sonnenfinsternis sichtbar. Aus der Corona strömen als sog.
Sonnenwind ständig schnelle Ionen und Elektronen von der Sonne ins
All.